Römerberggespräche

 

45. Römerberggespräche

Was soll das Theater?
Die Zukunft der Städtischen Bühnen

Mitten in der Innenstadt, gegenüber verspiegelten Bankenfassaden, stehen Frankfurts Städtische Bühnen. Mehr als 50 Jahre waren sie Schauplatz zahlloser Inszenierungen und erlebten denkwürdige Auseinandersetzungen. Nun ist das Bauwerk, die „Theaterdoppelanlage“ am Ende, der Betrieb nur noch befristet geduldet: den Städtischen Bühnen läuft die Zeit davon. Wie soll es mit ihnen weitergehen?

Neubau oder Sanierung? Von dem Tag an, an dem die möglichen Kosten bekannt wurden, sind die Debatten leidenschaftlich und kontrovers geführt worden. Zugleich wurde nicht nur die Frage nach dem Standort am Willy-Brandt-Platz gestellt, sondern auch nach der gesellschaftlichen Position des Theaters. Welche Aufgaben sollen Schauspiel und Oper in Zukunft haben? Hat sich das Theater als „moralische Anstalt“ überlebt? Welcher Aufwand lässt sich überhaupt rechtfertigen, wenn die klamme öffentliche Hand dafür finanziell einstehen muss? Sind uns Schauspiel und Oper jeden Aufwand wert, oder müssen wir Theater heute und in Zukunft ganz anders denken?

Bis die politische Entscheidung gefallen sein wird, ist eine Selbstverständigung der Frankfurter Stadtgesellschaft nötig. Frankfurt wird Verantwortung übernehmen müssen. Denn die Stadt sollte sich nicht zuletzt darüber im Klaren sein, dass sie eine exemplarische Diskussion über die Bedeutung des öffentlich subventionierten Theaters führen wird, die weit über die Rhein-Main-Region hinaus wirken dürfte.

Die Römerberggespräche möchten in der Diskussion erkunden, welche Gestaltungschancen derzeit bestehen.

EINTRITT FREI
SAMSTAG, 21. Oktober 2017
IM SCHAUSPIEL FRANKFURT
MODERATION Insa Wilke & Alf Mentzer

PROGRAMM

10:00 Uhr Begrüßung

10.15 Uhr Erika Fischer-Lichte
Wackre neue Welt, die solche Bürger trägt! – Was für ein Theater braucht die Stadt?

11:15 Uhr Peter Iden
„What now, my love?“
Das Theater der Städtischen Bühnen zwischen gestern und morgen

12:15 Uhr Dirk Pilz
Kein Ende der Kritik
Theater und Theaterkritik unter den Bedingungen des Medienwandels

13:00 Uhr Mittagspause

14:15 Uhr Das Theater, die Stadt, die Zukunft –
Wie lässt sich der Willy-Brandt-Platz wiederbeleben?
Peter Böhm und Ernst Ulrich Scheffler im Gespräch

15:30 Uhr Welches Theater hätten‘s denn gerne? –
Die Zukunft der städtischen Bühnen aus Sicht der Praktiker
Yvonne Büdenhölzer, Bernd Loebe und Anselm Weber im Gespräch

17:00 Uhr Necati Öziri
Welche Welt bedeuten diese Bretter? – Das Theater als zeitgenössisches Medium gesellschaftlicher Repräsentation

ENDE GEGEN 18:00 UHR 
 
Die Debatten, die von der Stadt Frankfurt gemeinsam mit dem  Hessischen Rundfunk, der Fazit-Stiftung, der Frankfurter Rundschau und der Hessischen Landesregierung veranstaltet werden, sind eine spezifische Frankfurter Erfindung und zählen zu den Markenzeichen der Frankfurter Kultur.

Seit 1973 sind die Römerberggespräche Anstoß und Spiegel für intellektuelle Debatten von internationaler Aufmerksamkeit und ein beachteter intellektueller Seismograph der gesellschaftlichen Entwicklungen und Tendenzen. Sie wurden von Prof. H.W. Wirth in Verbindung mit dem damaligen Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann gegründet. Die Expertengespräche wenden sich an eine interessierte städtische Öffentlichkeit. Wissenschaftler, Essayisten und Künstler erörtern im Rahmen des Kongresses politische, kulturelle und intellektuelle Themen der Gesellschaft, präsentieren wichtige Forschungsergebnisse und geben Ausblicke in künftige Prozesse. Das jeweilige Thema der Gespräche wird von einem ehrenamtlich arbeitenden Kuratorium festgelegt.

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