Römerberggespräche

 

INTERVENTION

Die Ohnmacht der Aufklärung
und der Erfolg des Autoritären

EINE INTERVENTION DER RÖMERBERGGESPRÄCHE

Ein neues politisches Klima hält derzeit Einzug. Kampfbegriffe wie „fake news“, die Beschwörung „alternativer Fakten“ erzeugen ihre eigene Realität. Der Gegensatz von Wahrheit und Lüge scheint aufgehoben. Im „post-faktischen Zeitalter“ schlägt die Stunde der Populisten und Radikalisierer.

Die aufgeklärte Gesellschaft muss sich fragen lassen, was sie dem Siegeszug der „gefühlten Wahrheiten“ entgegenzusetzen haben. Sind ihre Debatten nur noch „Aufklärung für die Aufgeklärten“, die Andersdenkende lediglich in ihrer Opposition bestärkt? Der Anti-Intellektualismus hat in Europa wie in den USA unterdessen äußerst wirksam emotionale Ressentiments entwickelt, gegen die kein Vernunftkraut gewachsen zu sein scheint. Die Kraft des besseren Arguments scheint sich aufgezehrt zu haben. Die Lust an der Lüge und der Erfolg des Autoritären sind untrennbar damit verbunden.

Wie geht die Gesellschaft, wie gehen Intellektuelle, Künstler, Kabarettisten und Theaterleute damit um? Was kann kritisches Denken heute noch ausrichten? Wie muss es sich selbst hinterfragen, um kritisch zu bleiben? Und wie kann eine kritische Praxis aussehen, die zurück zu den Fakten und wirklichen Problemen führt?

EINTRITT FREI
Samstag, 29. April 2017
IM SCHAUSPIEL FRANKFURT
MODERATION Alf Mentzer

PROGRAMM
10:00 Uhr Philipp Hübl

Die Stunde der Wahrheit: Wie man sich gegen Populismus und postfaktisches Denken wehren kann
11.00 Uhr Artur Becker

Unser Kosmopolis. Die Aufklärung als europäisches Zuhause
12:00 Uhr Thea Dorn

Wovon wir reden, wenn wir von Wahrheit reden. ‚Alternative Fakten‘ und andere Lebenslügen
13.00 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr Volker Weiß

Autoritäre Vorstellungen: Die Neue Rechte
15:00 Uhr Der Aufklärung wieder eine Bühne bieten?

Wie das Theater auf das populistische Spektakel reagiert
Eine Diskussion mit Bernd Stegemann und Milo Rau
16:00 Uhr Jan-Werner Müller

Der neue Autoritarismus: Eine ideengeschichtliche Perspektive
ENDE GEGEN 17:00 UHR

 
Die Debatten, die von der Stadt Frankfurt gemeinsam mit dem  Hessischen Rundfunk, der Fazit-Stiftung, der Frankfurter Rundschau und der Hessischen Landesregierung veranstaltet werden, sind eine spezifische Frankfurter Erfindung und zählen zu den Markenzeichen der Frankfurter Kultur.

Seit 1973 sind die Römerberggespräche Anstoß und Spiegel für intellektuelle Debatten von internationaler Aufmerksamkeit und ein beachteter intellektueller Seismograph der gesellschaftlichen Entwicklungen und Tendenzen. Sie wurden von Prof. H.W. Wirth in Verbindung mit dem damaligen Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann gegründet. Die Expertengespräche wenden sich an eine interessierte städtische Öffentlichkeit. Wissenschaftler, Essayisten und Künstler erörtern im Rahmen des Kongresses politische, kulturelle und intellektuelle Themen der Gesellschaft, präsentieren wichtige Forschungsergebnisse und geben Ausblicke in künftige Prozesse. Das jeweilige Thema der Gespräche wird von einem ehrenamtlich arbeitenden Kuratorium festgelegt.