Jüdisches Leben in Frankfurt

Seit etwa 800 Jahren gibt es jüdisches Leben in Frankfurt. Mit dem zweiten Weltkrieg hat die Kontinuität dieser langen Geschichte ein abruptes Ende gefunden. Nachdem nahezu alle Juden im zweiten Weltkrieg aus Frankfurt vertrieben und in verschiedenen Lagern umgekommen sind, hat Frankfurt heutzutage wieder ein reges jüdisches Leben vorzuweisen. Heute gehört Frankfurt mit über 7.100 Mitgliedern zu den größten jüdischen Gemeinden in Deutschland. Vor 1933 jedoch fasste die jüdische Gemeinde über 30.000 Mitglieder, zu Kriegsende lebten noch 146 in Frankfurt.

Bereits seit 1946 besteht wieder eine jüdische Gemeinde, die jedoch lange Zeit zurückgezogen lebte. Erst in den achtziger Jahren trat sie vermehrt durch Proteste gegen die Zerstörung von Teilen der alten Judengasse an die Öffentlichkeit. Mit Eröffnung des von Salomon Korn entworfenen Gemeindezentrums 1986, des Jüdischen Museums 1988 und der Fertigstellung der historischen Rekonstruktion der Westendsynagoge 1994 ist die jüdische Gemeinde in Frankfurt wieder heimisch geworden. Mit den vielseitigen kulturellen Veranstaltungen wie der jüdischen Kulturwoche, die seit 1982 regelmäßig gefeiert wird, ist das jüdische Leben in Frankfurt ein nicht weg zu denkender Teil der Geschichte und lebendigen Kultur Frankfurts. Noch immer stehen die jüdischen Einrichtungen unter ständigem Polizeischutz, doch der Anfang ist gemacht: Als lebendige Gemeinde mit über 7000 Mitgliedern, die an der Gesaltung der Stadt Frankfurt aktiv teil hat.

Mit der jüdischen Gemeinde, der wiederaufgebauten Synagoge und der angeliederten jüdischen Volkshochschule hat sich in Frankfurt eine jüdische Gesellschaft etabliert. Darüber hinaus bietet Frankfurt ein großes Angebot an kultureller Vermittlung jüdischer Geschichte. Durch zwei verschiedene Standorte des Jüdischen Museums am Mainufer und am Ort der ehemaligen Judengasse sowie Initiativen wie den Stoplersteinen sollen die Vergangenheit offengehalten und in immer neuem Austausch Annäherungen mit anderen Religionsgemeinschaften und zur eigenen Geschichte gesucht werden.

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