2016 - Naneci Yurdagül: Wider das Vergessen – Gedenken an das KZ-Außenlager in den Adlerwerken in Frankfurt am Main

 

Die Stadt Frankfurt hat über mehrere Jahre hinweg Künstlerinnen und Künstler, die sich bereits mit Themen der Erinnerungskultur beschäftigt haben, beauftragt, innovative Wege des Gedenkens zu finden. Dabei sind Konzepte entstanden, die weg führen von einem traditionellen, eher statischen Denkmalbegriff, um gerade auch jüngeren Generationen den Zugang zum Thema zu erleichtern.

In den letzten Kriegsmonaten zwischen August 1944 und März 1945 wurde in den Adlerwerken im Gallusviertel ein KZ mit dem Decknamen „Katzbach“ eingerichtet, um den Rüstungsbetrieb aufrechtzuerhalten. Es waren zeitweise mehr als 1.600 Männer inhaftiert. Die Arbeits- und Lebensbedingungen waren unmenschlich. Viele starben während der Arbeit. Am 24. März 1945 begann der Todesmarsch der verbliebenen Gefangenen zunächst nach Buchenwald, von dort aus nach Dachau. Nur wenige erlebten die Befreiung.

Das Kunstprojekt 2016 der beiden Künstler Naneci Yurdagül und Thomas Müller trug den Titel „Wider das Vergessen – Gedenken an das KZ-Außenlager in den Adlerwerken in Frankfurt am Main“. Die Interventionen der beiden Künstler bildeten 2016 Wegweiser mit der Aufschrift „KZ Adlerwerke“, die auf den Gebäudekomplex der ehemaligen Adlerwerke hindeuteten.

Im künstlerischen Werk von Naneci Yurdagül finden sich sozio-kulturelle und linguistische Themen. Die Ausdrucksformen variieren hierbei. Das Wort mit seinem Symbolcharakter beschäftigt Yurdagül und ist immer wieder Ausgangspunkt seiner Arbeiten. Hierbei wirft der Künstler Fragen auf wie etwa: Wie beeinflussen Worte unsere Wahrnehmung? Was passiert, wenn sie Bekanntes neu benennen oder aber an einer Wand isoliert für sich stehen? Seine konzeptionell ausgerichteten Arbeiten schließen Skulpturen und Installationen mit ein. Elemente dieser künstlerischen Bestrebungen im Werk von Naneci Yurdagül fließen auch in das gegenwärtige Gedenkprojekt ein.

Als Beginn des Kunstprojekts hatten die Künstler Yurdagül und Müller bewusst den Monat Mai gewählt mit Blick auf das Datum 8. Mai – den Tag der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und damit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

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