Erinnerungsstätte an der Frankfurter Großmarkthalle

Die Erinnerungsstätte soll das Gedenken an die Deportation von mehr als 10 000 jüdischen Bürgerinnen und Bürgern Frankfurts unterstützen, die in den Jahren 1941 bis 1945 auf dem Gelände der ehemaligen Frankfurter Großmarkthalle versammelt und von dort in Konzentrationslager deportiert wurden. Nur wenige Tage vor der Befreiung Frankfurts durch US-amerikanische Truppen wurde noch ein letzter Transport nach Theresienstadt anberaumt. Nach heutigem Wissen überlebten nur 179 der von diesem Ort Deportierten.

Das Mahnmal beschreibt den Weg, über den die jüdischen Frauen, Männer und Kinder aus der Stadt zur Großmarkthalle getrieben wurden, um im Keller der Markthallen auf den Abtransport in die Konzentrations- und Vernichtungslager zu warten. Auch die Angehörigen der Deportierten waren oftmals für den Abschied vor Ort, genau wie Schaulustige, die das Geschehen von der Brücke aus beobachteten. Der heutige Presserundgang umfasste die gesamte Erinnerungsstätte mit dem historischen Kellerraum, der Zugangsrampe, dem Weg von der Sonnenmannstraße bis zum Gleisfeld, dem Stellwerk sowie dem Fußgängersteg.

Das künstlerische Konzept wurde von dem in Köln und Darmstadt ansässigen Architekturbüro KatzKaiser erstellt und im März 2011 gemeinsam vom Magistrat, der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Jüdischen Gemeinde Frankfurt im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs zur Realisierung ausgewählt. Die Arbeit der Architekten sieht vor, vorhandene Spuren zu sichern, Wege und Bezüge zu markieren und den authentischen Ort des Geschehens mit Erinnerungen zu überlagern. Die Erinnerungsstätte verfolgt den konzeptionellen Ansatz, die Geschehnisse der Deportationen in den Jahren 1941 bis 1945 nachvollziehbar zu machen. Besonders eindrücklich sind die 26 Zitate von Opfern und Zeitzeugen, die in Wegflächen, im Keller, am Stellwerk und an anderen Stellen eingeschrieben sind. Die Zitate wurden mit Unterstützung des Jüdischen Museums zusammengestellt. Sie geben den Opfern eine Stimme und führen zugleich in den Schilderungen der Zeitzeugen den Terror, den mörderischen Schrecken und die Angst eindringlich vor Augen, die von den Tätern ausging.

Da sich der historische Kellerraum und die Rampe auf dem Gelände der EZB befinden, kann dieser Abschnitt zukünftig nur mit einer angemeldeten Führung betreten werden. Die weiteren Elemente der Erinnerungsstätte sind öffentlich zugänglich. Über das Jüdische Museum können Führungen und Workshops für die neu eröffnete Erinnerungsstätte an der Großmarkthalle reserviert werden. Anhand der Zitate und der Erläuterungen am authentischen Ort werden in den Führungen der Ablauf und die historischen Hintergründe der Deportationen aus Frankfurt thematisiert. Workshops werden darüber hinaus die Möglichkeit bieten, die Gedenkstätte am Börneplatz, den Bunker in der Friedberger Anlage und die neue Dauerausstellung des Jüdischen Museums in die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus einzubeziehen. Eine Aufarbeitung der Geschichte der Deportationen wird ebenfalls über die Internetseite des Jüdischen Museums der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein QR-Code an der Erinnerungsstätte führt zum Internetauftritt des Museums und auf die kürzlich überarbeitete Website www.frankfurt1933-1945.de.

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