DAM Preis für Architektur in Deutschland

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Der jährlich verliehene DAM Preis für Architektur in Deutschland würdigt einen herausragenden zeitgenössischen Bau der jüngsten Zeit in Deutschland. Die wechselnde Jury wählt den Preis aus den nominierten Projekten für den "Architekturführer Deutschland" aus, seit 2016 in Zusammenarbeit mit der Firma JUNG als exklusivem Partner, vordem (seit 1980 jährlich) als "Jahrbuch für Architektur in Deutschland". Der Preis ist nicht dotiert – der Preisträger erhält eine Statuette, die das Haus-im-Haus der Ungers’schen Museumsarchitektur in der Miniatur (Künstler: Harald Pompl, Berlin) darstellt. Alle Bauten der Nominierungsliste sind ab 2016, geographisch sortiert, außer im "Architekturführer Deutschland" auch im Internet unter www.dam-preis.de einsehbar.

 

Der DAM Preis geht 2017 an Studio Andreas Heller Architects & Designers aus Hamburg für das Europäische Hansemuseum in Lübeck. Die enorme Breite an differenzierten und langfristig wirksamen städtebaulichen Lösungen gab den Ausschlag für die Juryentscheidung zugunsten des Europäischen Hansemuseums. Das Gesamtprojekt besteht nicht nur aus einem neuen Ausstellungsbau, sondern verlangte zugleich eine Stadtreparatur einschließlich der Wiederherstellung verloren gegangener Wegebeziehungen und die Sanierung eines Ensembles, das baugeschichtlich vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert reicht.

Neben dem Hansemuseum war als zweites Ausstellungsgebäude die von kadawittfeldarchitektur aus Aachen entworfene Grimmwelt in Kassel unter den Finalisten. Die beiden Gebäude haben in vielen Aspekten Gemeinsamkeiten: Es sind mittelgroße Museen, auf den Denkmalschutz für die Reste von Vorgängerbauten war zu achten, im Gefüge der Stadt sollten brach gefallene Bereiche wieder aktiviert und neue Orte für das öffentliche Leben geschaffen werden. Absolut konträr hingegen sind ihre museologischen Ansätze. Eine Besonderheit des dritten Finalistengebäudes, der Generalsanierung und Aufstockung eines Wohnhochhauses am Pforzheimer Hauptbahnhof durch Freivogel Mayer Architekten, lässt sich im Rahmen einer Ausstellung, die das Neue vorstellen möchte, nicht darstellen: Das Haus blieb fast vollständig bewohnt. In den Bestandswohnungen wurden nur möglichst geringe Eingriffe durchgeführt. Dennoch ist unter energetischen Aspekten ein wegweisendes Gebäude entstanden, das zugleich den Bewohnern mit neu vorgesetzten Loggien einen deutlich gesteigerten Wohnwert bietet. Den eher umgekehrten Weg musste Thomas Kröger aus Berlin gehen. Die von ihm umgebaute Scheune in der Uckermark – der vierte Finalist – war ehedem ein Stall, mit allen Komplikationen, die das für eine Nutzung als Wohngebäude bedeutet. Die Umnutzung ist auch ein wichtiger Baustein, um den kleinen Ort Fergitz am Leben zu erhalten. Das neugewonnene Landhaus ist räumlich höchst differenziert und zeichnet sich durch eine beiläufige rustikale Eleganz aus.

 
Preis: DAM Preis für Architektur in Deutschland

Träger: Deutsches Architekturmuseum
Gründung: 2007
Vergabeturnus: jährlich
Vergabegremium: wechselnde Jury
Dotierung: undotiert
Kontakt: Deutsches Architekturmuseum, Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt am Main

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